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                                                Wehrstapel

 

Wehrstapel liegt an der Mündung des Nierbachs in die Ruhr zwischen Heinrichsthal und Velmede. 

 

 

An der Stelle der heutigen Ortschaft Wehrstapel lag ein großer, zum Stift Meschede gehörender Hof  "Wedestapel". Dieser war, wie es in einer Urkunde von 1331 heißt, durch häufige feindliche Einfälle, durch Brand und Raub so arg verwüstet worden, dass kein Kolon (Pächter) dessen Bestellung mehr übernehmen wollte. Dieses veranlasste Propst Wilhelm, Dekan, und das Kapitel des Stifts Meschede, den Hof Wedestapel dem Magistrat und Bürgern von Eversberg in Erbpacht zu geben.

 

Dies ist gleichzeitig die erste urkundliche Erwähnung Wehrstapels, als Gut des Stifts Meschede, im Jahre 1331.

 

Die zu dem Hof gehörenden Äcker und Wiesen wurden unter die Bürger von Eversberg so verteilt, dass jeder derselben zwei oder drei Parzellen erhielt. Dagegen verblieb das zu dem Hofe gehörige Wald- und Weideareal vorläufig ungeteilt und unterstand der gemeinsamen Nutzung.

 

Dieser Hof Wedestapel, der wohl nicht mehr aufgebaut wurde, lag am Unterlauf des Nierbaches, der der örtlichen Überlieferung nach Wedestapel heißt. Keinesfalls ist der Hof im heutigen Ortsteil Wehrstapel zu lokalisieren, der sich aus Mühlen und dem Hammer entwickelt hat.

 

Da die südlich der Ruhr, am jenseitigen Talhang gelegenen, zum Hof Wedestapel gehörenden Parzellen, von den Eversbergern Gehöften sehr weit entfernt waren, sind wahrscheinlich schon frühzeitig viele Parzellen an die Bauern von Schederberge, einer südlich von Eversberg auf einer Anhöhe links der Ruhr gelegenen Bauernschaft, für die sie näher waren, durch Kauf, vielleicht auch hier und da durch Erbschaft, übergegangen.

Da nun in der Regel das Eigentum an Flurparzellen den Anspruch auf Markennutzung einschloss, so mussten die auswärtigen Interessenten, entsprechend der Größe ihres Besitztums berücksichtigt werden. Die Gegend, in der der Hof Wedestapel gestanden hat, wurde später auch Westapel, Wegestapel, Westapel, schließlich Wehrstapel genannt.

 

Jahrhundertelang schweigen dann die Quellen, abgesehen von den regelmäßig erfolgten Neubelehnungen Eversbergs mit dem Hof Wedestapel, was auf eine friedliche Nutzung hinweisen kann.

In Wehrstapel wurde im Jahr 1832 die erste Tuchfabrik (Pöttgen) gegründet, weiter das Ruhrtal hinab wurde im Jahre 1848 die zweite.

 

Ende des 19. Jahrhunderts aber war die Leinweberei schon so gut wie ausgestorben. Als Hilfsbetrieb einer der beiden Jackenwebereien wurde im Jahre 1853 in Wehrstapel ein Spinnereibetrieb eingerichtet, eine durch Wasserkraft betriebene Garnspinnerei, die 1871 wieder einging. Mit der Garnspinnerei ging auch der damit verbundene Wolljackenbetrieb ein. Gleichzeitig stellte die andere Jackenweberei ihren Betrieb ein.

Im Jahre 1868 brannte die Wehrstapeler Tuchfabrik nieder, sie wurde nicht mehr aufgebaut. Ihr gegenüber war 1865 eine neue Fabrikanlage, ein Hammerwerk, gegründet worden.

 

 Die Wehrstapeler Wagenachsenfabrik und Eisengießerei war im Jahre 1865 mit Rücksicht auf die in Aussicht stehende Eröffnung des Schienenweges gebaut worden. Nach einer Chronik der Firma Busch kaufte im Jahre 1830 Schmiedemeister Michael Busch aus Meschede von dem Freiherrn von Fürstenberg-Eggeringhausen eine ehemalige Sensenfabrik und produzierte dort Achsen für eisenbereifte Fahrzeuge. Das Werk prosperierte denn auch erwartungsgemäß. Da die Wagenachsen entsprechend den Gewohnheiten der verschiedenen Regionen in unendlich vielen verschiedenen Arten hergestellt werden mussten, musste auch keine Konkurrenz gefürchtet werden, die den individuell verschiedenen Bedürfnissen der Regionen nicht Rechnung tragen konnte.

 

1870 wurde die Anlage durch Gießereien erweitert. Das Werk setzte sich aus unterschiedlichen Einzelbetrieben zusammen: Hammerschmiede, Handschmiede, Dreherei, Schlosserei, Gießerei und Modellschreinerei. Im Jahre 1900 waren dort ca. 115 Arbeiter beschäftigt. Im Jahre 1929 war die Firma Busch größter deutscher Hersteller für Lastachsen und beschäftigte 500 Arbeiter.

Die im zweiten Weltkrieg durch Bomben fast völlig zerstörte Fabrik wurde zunächst notdürftig wieder aufgebaut, dann aber rasch in den Jahren 1979 und 1986 zur Herstellung von Anhängerachsen modernisiert. Ein weiterer Ausbau war 1993 abgeschlossen.

 

Mit der Fabrikarbeit im Ruhrtal veränderten sich dort auch die Wohnverhältnisse. Im Jahre 1885 lebten in Eversberg 1036 Einwohner in 147 Wohnhäusern, damit im Schnitt 7 Personen pro Haus; in Wehrstapel 129 Einwohner in 12 Häusern, das sind 10 Personen pro Haus; in Heinrichthal dagegen 234 Einwohner in 7 Häusern. August Engel schrieb 1902 dazu, dass nur einer der Heinrichsthaler Arbeiter ein eigenes Haus hatte. Alle übrigen Arbeiterfamilien wohnten zum Teil in zwei größeren Kasernen, zum Teil in kleineren Häusern, die allesamt Eigentum des dortigen Fabrikanten waren.

 

Um 1930 entstand die Ansiedlung „Fünfhausen“ am östlichen Eingang von Wehrstapel und die Häuser südlich der Landstraße in Heinrichsthal.

 

Erst nach dem zweiten Weltkrieg änderte sich diese Situation. Aufgrund eines Ministerialerlasses, mit dem auf den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen reagiert wurde, musste auch Eversberg einen Siedlungsausschuss bilden, der die Beschaffung von Bauland fördern und seine Verteilung überwachen sollte. 

 

Ab hier hat Wehrstapel eine eigene Entwicklung genommen. Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte 1954 der Ausbau „Am Nierbach“ mit 25 Häusern, 1961 „Am Mühlenloh“ mit 60 Häusern, 1965 „Am Schützenplatz“ mit 19 Häusern, 1970 „Am Berkeibach“ und „Buchenhain“ mit je 11 Häusern.

 

 

Mit Stand 30.06.2014 wohnen 971 Einwohner in Wehrstapel, davon sind 469 männlich und 502 weiblich.

 

Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung gibt es in Wehrstapel leider kein Lebensmittelgeschäft mehr, so müssen die Einwohner die Einkaufsmöglichkeiten im nahegelegenem Meschede oder Bestwig wahrnehmen. Zusätzlich steht Ihnen 2 mal die Woche der mobile Verkaufswagen "Drögen Wagen" aus Eversberg zur Verfügung.

 

Dafür laden unsere 3 Gaststätten zum schlemmen und verweilen ein.

 

Seit April 2006 durchfahren sehr viele Radfahrer Wehrstapel, da im April 2006 der Ruhrtal Radweg eröffnet wurde, welcher durch Wehrstapel hindurchführt. Die Radfahrer kommen dabei auch an der idyllisch gelegenen Josefs Kapelle vorbei.

 

 

 

Die Josefs Kapelle 

 

 

                                                                                                                                

Unter Jahrhundert alten prächtigen Buchen liegt abseits des Birmecker Weges in einer Mulde die Birmecke Kapelle. Sie wurde vermutlich um 1635 erbaut und befindet sich auf städtischem Grund nahe dem Bächlein "Birmecke"

 

Sie ist dem Hl. Josef geweiht. Der massive, rechteckige Putzbau hat ein mit Schiefer bedecktes Satteldach. Nach Süden hin befindet sich die sehr niedrige, segmentbodenartige Holzeingangstür mit einem kleinen Sichtfenster. Eine kleine Belüftungsöffnung im Giebel und eine darüber liegende  Kreuzöffnung sind im Mauerwerk eingelassen, um die Luftzirkulation über dem kleinen Innengewölbe zu gewährleisten.

 

Seit 2005 kümmert sich die St. Josefs Schützenbruderschaft Heinrichsthal-Wehrstapel um diesen Kleinod. Die Kapelle wurde vollständig renoviert, ein neuer Zuweg wurde geschaffen und eine Sitzgruppe wurde aufgestellt.

 

Im Inneren der Kapelle befindet sich rechts neben dem Eingang in Richtung Osten ein kleiner gemauerter Altartisch mit einer Pieta in einer Rundbogenöffnung.

 

Neben der Kapelle befindet sich ein Holzkreuz, das der Stellmache Ferdinand Bierbaum (Luiendräggers) dort aufgestellt hat. Den Korpus dazu hat er selbst geschnitzt.

 

Bierbaum hatte die Errichtung dieses Kreuzes gelobt, als er unter einen umgestürzten Baum geraten war, wenn er nur gerettet würde.

 

Im Jahre 2004 erneuerte der Pastor von Eversberg, Heinrichsthal und Wehrstapel, Bernd Götze, gemeinsam mit der Pfarrgemeinde Wehrstapel dieses Holzkreuz.

 

 

 

Auf dem Rundweg "Romberg", wie auch auf dem Wanderweg Richtung Schederberge kreuzt die schöne Romberg Kapelle den Weg der Wanderer.

 

Die Romberg Kapelle

 

 

 

Im Marianischen Jahr, am 10 Oktober 1954, ist diese Kapelle von Pfarrer Dolle, einem Sohn der Gemeinde, der Gottesmutter Maria geweiht worden.

 

Die Kapelle wurde zuvor von tatkräftigen Männern unter großer Begeisterung mit Steinen aus den Brüchen des Romberges erbaut. Dieses geschah auf Anregung von Pfarrvikar Richard Ahrens, der von 1945 bis 1955 Pfarrvikar der Pfarrgemeinde Wehrstapel-Heinrichsthal war.

 

In feierlicher Zeremonie wurde eine Nachbildung der Fatima-Madonna in der Wehrstapler Kirche geweiht und in anschließender Prozession zur neuerbauten Kapelle auf den Romberg getragen.

 

Pfarrvikar Arens gab seinerzeit seinen Gläubigen in einer beeindruckenden Predigt mit auf den Weg:

"Mögen die Gläubigen der Gemeinde Wehrstapel-Heinrichsthal gute Nachbarschaft und Freundschaft mit der Gottesmutter auf dem Romberg halten"

 

Die Kapelle ist ganz aus Bruchsteinen erbaut worden und hat ein Spitzdach mit sauerländischer Schieferdeckung. Zwei vorgezogene Pfeilerecken tragen die beiden Fußpfetten. Durch eine offene Rundbogenöffnung gelangt man in den kleinen Innenraum. Über diesem Rundbogen befindet sich ein kleines rundes Fenster aus vielen bunten Glasscheiben. Auf der gegenüberliegenden Seite der Eingangsöffnung befindet sich der gemauerte Altartisch mit der Nische für die Muttergottesdarstellung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: www.meschede.de und www.wikipdedia.de

Dorfverein Heinrichsthal Wehrstapel